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«Frau Schreibt»: Jenny Zimmermann

«Frau Schreibt» ist eine Interviewreihe, die auf dem abcblog veröffentlicht wird und zeigt, wie vielfältig das Schreiben ist.
Für «Frau Schreibt» interviewe ich Frauen, die das Schreiben zu ihrem Beruf gemacht haben – als Werbetexterin, Krimiautorin, Übersetzerin, Journalistin, Bloggerin, etc.

Natürlich gibt es auch wunderbare Männer, die schreiben – und trotzdem werden hier ausschliesslich Frauen zu Wort kommen. Ganz einfach, weil wir Frauen in den meisten Schreibberufen untervertreten sind und uns viel weniger gerne und oft zeigen als unsere männlichen Berufskollegen. Darum ist «Frau Schreibt» auch eine Plattform, die Frauen sichtbar macht.

Meine erste Interviewpartnerin ist Jenny Zimmermann, die als Journalistin und Übersetzerin arbeitet.

Jenny, was schreibst du genau?

Ich schreibe für das Ressort mint von watson.ch unter anderem über das kulturelle und kulinarische Leben in New York.

Zudem arbeite ich als Übersetzerin und übersetze Text von Deutsch auf Englisch. Meine Kundschaft reicht vom Bauingenieur über das IT-Startup hin zum Naturheilkundler.

Wann macht dir Schreiben Spass?

Dann, wenn die Wörter nur so aus mir heraussprudeln und sich wie von alleine den Weg auf den Bildschirm bahnen. Ohne, dass mich meine innere Korrektorin bei jedem Wort unterbricht und über Wortwahl oder korrekte Schreibweise nachdenkt. Dann, wenn ich im «flow» bin, wie man so schön sagt. Dann macht mir Schreiben unglaublich Spass und kommt einem meditativen Zustand gleich. Ich glaube, diesen Texten merkt man auch an, dass sie leicht «aus der Feder geflossen sind» und sie lesen sich ebenso flüssig und leicht.

Wann ist Schreiben frustrierend?

Oft und aus unterschiedlichen Gründen. Zum Beispiel dann, wenn ich noch keine Struktur für einen Text im Kopf habe, aber dennoch drauflosschreibe – und dann den Überblick verliere. Ich bin vom Schreibtyp her mehr der «Mozartianer». Ich plane also zuerst die Struktur (Titel, Zwischentitel, Inhaltsabschnitte etc.) und erst dann lege ich mit Schreiben los. Mehr Spass macht es als «Beethovianer» – also einfach drauflosschreiben und die Ideen während des Schreibens entwickeln. Das kommt bei mir aber in den seltensten Fällen gut.

Was ist ein guter Text?

Kommt auf die Textsorte an. Allgemein gesprochen, ist mir Struktur wichtig. Ich will durch den Text geführt werden. Und natürlich macht ein reichhaltiges Vokabular einen Text vielseitig. Wenn es um Literatur geht, bin ich ein grosser Fan der Werke von Markus Werner. Er schafft es mit wenigen Worten und in kurzen Sätzen viel zu sagen.

Kann man Schreiben lernen?

Schwierige Frage. Ich muss wohl sagen: Nein. Entweder hat man ein gutes Sprachgefühl und ein Flair für die Finessen der Sprache oder nicht. Regeln zum Erstellen einer News-Nachricht kann zum Beispiel jeder lernen. Aber damit es dann ein guter Text wird, braucht es mehr.

Was ist dein Lieblingswort?

Ich kann mich nicht für ein einziges entscheiden! «Dergestalt», «derweil» … altmodische Wörter wie diese. Ebenso amüsieren mich Wörter aus dem Berndeutschen wie zum Beispiel «glüssle» («dSunne glüsslet hinder de Wulche dure») ungemein.
Seit ich Erwachsenen Deutsch unterrichte entzücken mich klingende Wörter wie «Bildermeer» oder «farbenfroh» stets aufs Neue.

Mehr über Jenny

Jenny arbeitet als selbstständige Journalistin, Übersetzerin, Korrektorin und Deutschlehrerin. Sie lebt seit 2016 in New York City. Jenny hat Journalismus und Organisationskommunikation an der ZHAW studiert und ist zweisprachig aufgewachsen.

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